Coaching, Training, Beratung

Carl Rogers & sein zentrales Persönlichkeitskonzept

Carl R. Rogers (1902-1987 – US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut), entwickelte die klientenzentrierte Gesprächstherapie und baute die Humanistische Psychologie weiter aus. Der von Rogers geschaffene klientenzentrierte Ansatz ist ein wesentliches Element der generellen Gesprächsführung in unterschiedlichen Bereichen, auch im Coaching. 

Das zentrale Grundkonzept, in Rogers Persönlichkeitstheorie, ist die Annahme, dass jeder Mensch letztendlich die Lösung seiner Probleme in sich trägt. Demnach geht es im Personzentrierten Ansatz darum, den Coachee im Prozess der Lösungsfindung zu unterstützen und ihm den entsprechenden Rahmen dafür zur Verfügung zu stellen. Um diesen Rahmen zu ermöglichen bedarf es einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Coach und Coachee. Im Personzentrierten Ansatz werden hierfür drei wesentliche Haltungsaspekte definiert: 

  1. Kongruenz
    Meint die Echtheit des Coaches in der Beziehung zum Coachee und ist  eine der grundlegendsten Einstellungen. Der Coach ist transparent, stimmig und klar in der Beziehung zum Coachee. Er ist er Selbst und spielt keine Rolle (Rogers, 2017).
  2. Wertschätzung
    Damit ist die echt Zuwendung, frei von Beurteilung und Bewertung aller Aussagen und Verhaltensweisen des Coachees, gemeint. Das Verhalten wird ohne Bedingungen akzeptiert und stellt damit eine bedingungsfreie Akzeptanz dar (Rogers, 2017).
  3. Empathie
    Meint die Fähigkeit sich in die Gefühle des Coachees hinein zu versetzen. Es geht damit nicht nur um das Verstehen der Wörter, sondern darum, die komplexen Gefühlswelten, die Perspektiven oder Sachverhalte des Klienten zu empfinden (einfühlendes Verstehen). Diese tiefgreifende und umfassende Weise des Verstehens und Akzeptieren läßt Vertrauen wachsen und ist für den Coachee ein sehr bestärkendes Erlebnis.

Ist der Coach durch diese drei Haltungsaspekte mit dem Klienten in einem ständigen Kontakt, so wird sich der Coachee dem Coach gegenüber mit seinen emotionalen Einstellungen, Bewertungen, Wünschen und Zielen öffnen können und sich selber gegenüber immer klarer darüber. Letztendlich führt dies zu einer Lösungsfindung, die nachhaltig für den Coachee ist. Diesen Vorgang bezeichnet Rogers als Selbstexploration. (Rogers, 2017).

 

Rogers, Carl R. (2017): Therapeut und Klient. Grundlagen der Gesprächspsychotherapie. Frankfurt am Main: Fischer Verlag. (Amerikanisches Original erschienen 1977).

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